Was die Neandertaler nicht aßen, das sollten auch wir nicht essen! Das ist der Leitgedanke der hypotoxischen Diät, die eine Ernährung nach dem Vorbild unserer Vorfahren, der Jäger und Sammler, empfiehlt. Man verzichte auf Milchprodukte, Getreide, Zucker, Salz und auf alles bei hohen Temperaturen Gegarte. Stattdessen kommen mageres Fleisch, roher Fisch, Krustentiere, Obst und Gemüse auf den Teller. So sieht sie aus: die erstaunlichste Diät, die es je gegeben hat!

Ein durchlässiger Darm – was ist das?

Wir stellen uns das Verdauungssystem gemeinhin als einen langen, glatten Schlauch vor. Dabei ist unser Darm mit sogenannten Zotten ausgekleidet, die ihn ziemlich behaart aussehen lassen. Die dünne äußere Schicht dieser Zotten wiederum besteht aus spezialisierten Zellen: den Enterozyten. Jeder Enterozyt verfügt über einen Bürstensaum, der ihm die schnelle Aufnahme von Nährstoffen erlaubt.

Die Dichtigkeit des Darms basiert auf der starken und engen Verbindung der Enterozyten untereinander, der durch eine Schlussleiste genannte Verbindungsstruktur gewährleistet wird. Sobald sich diese Verbindung lockert, wird der Darm durchlässig. In diesem Zustand ähnelt er eher einem Sieb, denn er lässt Nährstoffreste, Giftstoffe und Keime passieren, die eigentlich hätten entsorgt werden sollen. In diesem Fall spricht man dann von einem durchlässigen (porösen) Darm, der am Anfang einer Vielzahl von Erkrankungen steht.

Was führt also zu einer porösen Darmschleimhaut?

Laut Dr. Seignalet* gibt es nichts Einfacheres, als die Dichtigkeit des Darms zu durchbrechen. Eine industriell erzeugte Ernährung, reich an Zucker, Transfetten, Salz, Gluten und Kasein, schadet der empfindlichen Darmschleimhaut. Es ist ebenso möglich, dass eine aus dem Gleichgewicht gekommene Darmflora, ein Enzymmangel oder die Einnahme von Antibiotika die Undurchlässigkeit des Verdauungstraktes zerstört.

Wie wirkt sich eine erhöhte Durchlässigkeit (Hyperpermeabilität) des Darms aus?

Eine zu hohe Durchlässigkeit des Darms führt zu einer gesteigerten Aufnahme von Nahrungsresten in das Blut. Sind diese Nahrungsreste (vor allem Gluten und Kasein) erst einmal in den Blutkreislauf gelangt, sensibilisieren sie, laut Dr. Seignalet*, das Immunsystem und führen zu Entzündungsreaktionen. Hierdurch werden die natürlichen Verteidigungsmechanismen des Körpers in Gang gesetzt, was das Auftreten von Allergien begünstigt.

Welche Erkrankungen werden mit einer Hyperpermeabilität des Darms in Verbindung gebracht?

Das sind in erster Linie „Autoimmunerkrankungen“ (rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes bzw. Schmetterlingsflechte, multiple Sklerose usw.), Erkrankungen aufgrund von „Zellverunreinigungen“ (Krebs, Akne, Arthrose, Diabetes Typ 2 usw.) und „Abwehr“-Erkrankungen (Schuppenflechte, Nesselsucht, chronische Bronchitis usw.). Dr. Seignalet zufolge kann die Rückkehr zu einer Ernährung nach dem Vorbild unserer Vorfahren diesen Krankheiten vorbeugen und sogar zu ihrer Heilung beitragen.

Wie kann man die Undurchlässigkeit des Darms wiederherstellen und Erkrankungen vorbeugen?

Ernähren Sie sich mit gesunden und abwechslungsreichen Lebensmitteln, die vorzugsweise aus biologischer Erzeugung stammen sollten. Verbannen Sie sowohl Milchprodukte als auch moderne Getreidesorten (Weizen, Mais, Roggen, Gerste, Hafer), einfache Zuckerarten, erhitzte Öle und verarbeitete Nahrungsmittel von Ihrem Speiseplan.

Nehmen Sie regelmäßig probiotische Bakterien zu sich. Dadurch können Sie den mit einer Antibiotikabehandlung einhergehenden Schäden vorbeugen und das Wachstum von Keimen unterbinden, die zu einer Gewichtszunahme führen.

Sorgen Sie für eine Zufuhr von essentiellen Nährstoffen, die für ein harmonisches Wachstum der Darmzellen (Enterozyten) notwendig sind. Dabei handelt es sich um L-Glutamin, das die Reparatur der Schlussleiste unterstützt und somit zum Wiederaufbau der Darmwand beiträgt. Achten Sie auf Ihre Leber und Ihre Bauchspeicheldrüse, um eine möglicherweise träge Verdauung wieder in Schwung zu bringen und die Nährstoffaufnahme anzuregen.

*Dr. Seignalet: praktizierender Arzt, Biologe, Doktor der Medizin, Lehrbeauftragter, Erfinder der hypotoxischen Diät