Osteoporose ist eine Knochenkrankheit, die einige Frauen betrifft. Welche Rolle spielen genetische Faktoren bei dieser Krankheit? Was sollte eine Frau dazu veranlassen, sich untersuchen zu lassen? Die Antworten von Dr. Karine Briot, Rheumatologin am Krankenhaus Cochin (Paris).

1. Ist Osteoporose eine erbliche Erkrankung?

Dr. Karine Briot: „Nein, Osteoporose ist keine Erbkrankheit, es gibt keine identifizierten Gene dafür. Allerdings besteht ein genetisch bedingter Einfluss auf die Risiken für Osteoporose, einer von vielen Risikofaktoren (darunter das Alter, Rauchen, usw.). Ein Risikofaktor für Frauen sind Frakturen aufgrund von Knochenbrüchigkeit bei Verwandten ersten Grades, vor allem bei der Mutter. Wenn also die Mutter einen Bruch aufgrund poröser Knochen erlitten hat, ins Besondere einen Oberschenkelhalsbruch, dann verdoppelt dies das Risiko einer osteoporosebedingten Fraktur bei der Tochter.“

2. Welche familiären Bedingungen sollten eine Frau dazu veranlassen, sich testen zu lassen?

Dr. Karine Briot: „Wenn Frakturen aufgrund von Knochenbrüchigkeit (Oberhalsschenkel, Wirbel, Handgelenk,…) bei Verwandten ersten Grades, vor allem bei der Mutter, vorliegen, sollte sich eine Frau in den Wechseljahren auf die Risikofaktoren untersuchen lassen.“

3. Welche Untersuchungen werden bei Risikopatienten durchgeführt?

Dr. Karine Briot: „Es sollte ein Arzt aufgesucht werden, um abzuklären, ob Hinweise auf eine Osteoporose vorliegen. Diese Untersuchung basiert auf den Risikofaktoren. Wenn eine Frau gefährdet ist, kann man mit Hilfe einer Osteodensitometrie feststellen, ob eine Verringerung der Knochendichte vorliegt. Die Rückerstattung der Kosten für die Osteodensitometrie durch die Krankenkasse hängt bei Frauen in den Wechseljahren davon ab, ob bei der Mutter ein Oberschenkelhalsbruch aufgetreten ist. Je nach Ergebnis der Untersuchung können weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden (Dosierung des Calciums und Vitamin D, usw.). Mit diesen Tests kann der Arzt beurteilen, ob ein Risiko für Knochenbrüche vorliegt und ob eine spezielle Behandlung notwendig ist.