Warum scheinen manche Menschen in den Augen des anderen Geschlechts unwiderstehlich zu sein? Liegt es am Charme, der hübsche Frauen intelligenter und weniger hübsche anziehender macht – ist es eine angeborene, unbewusste Fähigkeit, ein flüchtiger Duft?

Man vermutet, dass die Ägypter als erste entdeckt haben, dass der menschliche Schweiß aphrodisierende Substanzen enthält. Früher wurden diese Substanzen aus dem Schweiß der dafür sorgfältig ausgewählten Sklaven extrahiert. Danach wurden sie in Gefäße gefüllt und mit verschiedenen Wachsarten vermischt, um Liebes- und Vergnügungsbalsams herzustellen.

Heute sind viele Forscher von der Hypothese überzeugt, der zufolge Pheromone, diese winzigen, im Speichel, Schweiß, Urin, Sperma und Scheidensekret vorhandenen Substanzen, die Menschen sexuell attraktiver machen. Diese geschmacks- und geruchsneutralen und kaum wahrnehmbaren Teilchen spielen eine weitaus wichtigere Rolle als die rein körperliche Erscheinung. Die Pheromone ermöglichen den Damen, den überlegeneren Mann ausfindig zu machen, um die Chancen der Reproduktion zu erhöhen, und den Männern, allein durch die olfaktorische Wahrnehmung die Phase des Menstruationszyklusses einer Frau zu bestimmen. Zahlreiche Publikationen schreiben den Pheromonen die Synchronisierung der Monatsblutung bei Frauen innerhalb einer Gemeinschaft, eine stärkere Spermienproduktion zum Zeitpunkt des Eisprungs und den Instinkt eines Neugeborenen, sich der Mutterbrust zuzuwenden und zu säugen, zu.

Was besagt die Wissenschaft?

In Wahrheit kann der Mensch Pheromone nicht riechen. Er kann sie unbewusst durch das Riechepithel, das sich im vorderen Bereich der Nase befindet, wahrnehmen. Von einigen Anatomen wird es Jacobson-Organ oder „Vomeronasales Organ“ (der Vomer ist ein Nasenknochen) genannt. Es besteht aus mehreren neuronalen Rezeptoren, die mit dem limbischen System verbunden sind. Das limbische System ist ein subkortikales (primitives) Gehirmsystem, das eine wichtige Rolle im Sexualverhalten, bei Angst, Freude, Selbstverteidigung und anderen grundlegenden Instinkten spielt. Zwar ist die exakte Lokalisierung des Riechkolbens, an den die vomeronasalen Neuronen die Informationen übertragen, noch nicht erfolgt, jedoch ist er derart empfindlich, dass er die unterschwellige Wahrnehmung des humoralen, sexuellen und emotionalen Zustands der Menschen in der Nähe ermöglicht.

Sie sind immer noch skeptisch…. Gibt es vertrauenswürdige klinische Studien?

Androstadienon, ein im männlichen Schweiß enthaltener Stoff, und Estratetraenol, das mit dem Urin und den Vaginalsekreten ausgeschieden wird, sind die wichtigsten menschlichen Sexualhormone. Auch wenn es überraschend erscheinen mag, aber das Androstadienon macht einen Mann schön und in den Augen der Frauen verführerischer (1). An einem Wattebausch zu riechen, der in männlichen Achselschweiß mit diesem aktiven Pheromon getränkt wurde, aktiviert die Hirnregionen, die mit dem Sexualverhalten und der sozialen Kognition der Frauen (2) verbunden ist. Bei Testteilnehmerinnen, die nur 100 Picogramm Androstradienon einatmen (1 Picogramm = 10−12 Gramm!), verbessert sich die Stimmung, und die Nervosität verblasst: Sie finden Männer körperlich attraktiver und lassen sich einfacher verführen (3)! Überraschenderweise bemerken sie eine Abnahme der Körpertemperatur und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit (4).

Außer der anregenden Wirkung auf Frauen hat die männliche Transpiration auch eine positive Wirkung auf das Verhalten von Männern. Atmen Männer Männerschweiß ein, werden sie kooperativer, wohlgesinnter und verhalten sich untereinander viel großzügiger (5).

Die aus dem Achselschweiß junger fruchtbarer Frauen extrahierten Pheromone beflügeln die Verführungskraft von Frauen in den Wechseljahren. Frauen, die ein Parfüm auf Pheromonbasis benutzen, erhalten mehr Umarmungen, Küsse und andere Zeichen der Zuneigung seitens der Männer. Sie erhöhen unbewusst ihre sexuelle Empfänglichkeit, und intime Annäherungen werden häufiger (6)!

Referenzen: