Im Schnitt haben 23% der Männer und 19% der Frauen bereits ihren Partner betrogen. Einige Wissenschaftler sind der Auffassung, dass Männer und Frauen sich bezüglich der Kontrolle ihrer sexuellen Triebe unterscheiden. Wiederum andere denken, das Gen identifiziert zu haben, das die Gehirnchemie beeinflusst und unbewusst zum Seitensprung führt.

Untreue: Mann ist nicht gleich Frau

Forscher an der Universität von Texas haben die Vorhersehbarkeit von sexueller Untreue studiert. Zu Beginn des Experiments haben 506 Männer (Durchschnittsalter 32 Jahre) und 412 Frauen (Durchschnittsalter 27 Jahre) angegeben, gegenwärtig eine monogame Beziehung zu führen. Die Teilnehmer haben im Anschluss eine Reihe von Fragebögen, die auch Fragen zur sexuellen Erregung und zur Selbstbeherrschung enthielten, ausgefüllt. Am Ende der Studie gab fast ein Viertel der Männer und ein Fünftel der Frauen zu, im Verlauf ihrer aktuellen Beziehung ihren Partner „betrogen“ zu haben. Beim Mann sind es die stärkere sexuelle Erregung und die schlechtere Kontrolle der sexuellen Triebe, die ihn zum Betrügen der Partnerin führen. Aus diesem Grund lässt sich das männliche Geschlecht leichter auf begehrenswerte Partnerinnen ein und ist für One-Night-Stands anfälliger. Bei Frauen handelt es sich nicht um mangelndes Verlangen, sondern um eine bessere Selbstkontrolle, die sie eventuelle Gelegenheiten ablehnen lassen.

Das Gen der Untreue

Sie denken, das sei nichts Neues? Forscher der Universität von Binghamton haben aus gutem Grund weitergeforscht und ein völlig neues Experiment durchgeführt. Sie glauben, das Gen identifiziert zu haben, das zum Betrügen führt. Das Gen DRD4VNTR spielt eine Rolle bei Drogen-, Alkohol- und Tabakabhängigkeit, Spielsucht sowie zwanghaftem Einkaufen und ist dafür bekannt, die Gehirnchemie zu beeinflussen. Es gibt verschiedene Varietäten dieses Gens (Genotypen), von denen einige unbewusst zum „One-Night-Stand“ verleiten.

Die Forscher haben das sexuelle Verhalten von 181 jungen Erwachsenen untersucht (118 Frauen und 63 Männer im durchschnittlichen Alter von 20 Jahren). Außerdem haben sie an der Innenseite der Wangen einen DNA-Abstrich vorgenommen, um eine bestimmte Art des DRD4VNTR- Gens, das für neue erotische Abenteuer anfällig macht, festzustellen. Am Ende der Studie sind die Forscher zu einem sehr überraschenden Ergebnis gekommen: Die Teilnehmer (sowohl Männer als auch Frauen), die über einen ganz bestimmten Genotypus von DRD4VNTR (7R+ genannt) verfügten, waren doppelt so anfällig dafür, den Partner zu betrügen, als diejenigen, die dieses Gen nicht besaßen!

Ist die Untreue daher eine Frage der Gene? Dies sei in den Raum gestellt. Bei eineiigen Zwillingen ist es jedenfalls wie folgt: Ist eines der Geschwister untreu, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Zwilling es auch ist, bei 44 %!

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